10 Tipps zum Kinderschuhkauf von Experten

Initiative passender Schuh

Eben noch krabbelte Lena durchs Wohnzimmer. Plötzlich steuert Sie aufs Sofa zu und zieht sich hoch. Tara! Sie steht und fängt an, zu laufen. Bums, da liegt Sie auch schon wieder. Zweiter Versuch, es klappt erneut und jetzt schafft Sie schon einige Schritte mehr. Sie sind überglücklich und voller Tatendrang. Sie fragen sich: braucht Lena jetzt ihre ersten festen Schuhe? Welche sind die richtigen? Worauf muss ich beim Kauf achten und wo finde ich eine kompetente Beratung? Online oder doch lieber im Fachgeschäft vor Ort.

Keine Sorge, Ihnen geht es wie vielen Eltern. Unsere nachfolgenden Tipps geben Antworten auf die die wichtigsten Fragen, liefen Hintergrundwissen und Expertenmeinungen. Kurzum: wir sagen Ihnen, worauf Sie beim Kauf von Kinderschuhen achten müssen.

Initiative passender Schuh - kostenloser Ratgeber zum Kinderschukauf

Ihr Kind braucht Schuhe, wenn es selbständig laufen kann

Wann braucht mein Kind die ersten Schuhe? Diese Frage stellen sich wohl alle Eltern spätestens dann, wenn die Kleinen beim Krabbeln nicht mehr aufzuhalten sind. Die Antwort liegt eigentlich auf der Hand: Kinderfüße entwickeln sich ganz von alleine. Sie benötigen dazu keine Hilfe von außen in Form von Schuhen - im Gegenteil. Heute weiß man, dass kindliche Füße erst durch den Gebrauch ihre volle Funktionsfähigkeit ausbilden [Maier, Killmann 2003]. Erst wenn die Kinder sich aufrichten und laufen, richten sich ihre Füße und Beine in die vorgesehene Stellung aus. Nur wenn sie in ihren Bewegungsmöglichkeiten nicht eingeschränkt werden, lernen Kinder richtig über den gesamten Fuß abzurollen. Kinder und insbesondere Kinderfüße müssen sich daher viel bewegen, um sich richtig entwickeln zu können. Behindern zum Beispiel Schuhe die Bewegungsfreiheit des Kindes, können Fehlentwicklungen die Folge sein. So können zu steife und zu schwere Schuhe dazu führen, dass sich der Vorfuß versteift, da das Kind in ihnen nicht die Möglichkeit hat richtig abzurollen. [DSI Kinderschuhreport 2009].

Barfuß laufen ist gesund und fördert die Fußentwicklung

Experten wie Prof. Dr. Erne Maier vertreten die Meinung, das barfuß laufen am gesündesten für Kinderfüße ist. Lassen Sie Ihr Kind daher so oft möglich auf unterschiedlichen Untergründen wie Sand, Gras oder einem Holzboden barfuß laufen. Dann werden seine Sinne zusätzlich angeregt. Gegen kalte Füße in der Wohnung helfen Socken mit Gummierung auf der Laufsohle: die sogenannten ABS-Socken. Achten Sie auch hier auf die richtige Größe, denn auch Socken können zu eng sein. Sind sie zu groß, stolpern Kinder leicht. Sind sie zu klein, engen Sie besonders die Zehen ein.

 

Als Alternative bieten sich Krabbelschuhe aus Leder an. Diese sind aus besonders weichem Leder gearbeitet. Als Sohle wird meist die offenporige Innenseite des Velours- oder Nubukleders verwendet. Diese sind weitgehend rutschfest. Das Laufen in diesen Lederpuschen kommt dem barfuß laufen schon sehr nah. Ein weiterer Vorteil: Das Material ist atmungsaktiv und die Kinderfüße schwitzen nicht. Übrigens bieten einige Hersteller die Puschen auch gefüttert an. Worauf Sie beim Kauf von Krabbelschuhe noch achten sollten, erfahren Sie in unserem Tipp 7: Bei Kinderschuhen ist Qualität besonders wichtig.

 


Wußten Sie, daß Kinderfüße mehr Schwitzen als die Füße von Erwachsenen? Der kindliche Fuß schwitzt täglich die Menge eines Schnapsglases.

Feste Kinderschuhe sind natürlich sinnvoll, um die zarten Kinderfüße gegen Nässe, Kälte und vor Verletzungen durch harte Untergründe zu schützen. Wenn Ihr Kind mindestens 20 Schritte frei laufen kann, nicht an Ihrer Hand, sondern wirklich selbständig, sollten Sie die ersten Kinderschuhe kaufen.

Kinderfüße kennen keinen Schmerz

Der menschliche Fuß ist eine überaus komplexe Konstruktion aus 28 Knochen, 107 Bänder und 19 Muskeln. Aufgrund der Wölbung liegt der Fuß hauptsächlich auf drei Punkten auf: der Ferse, den äußeren und innerer Fußballen. Die Längs- und Querwölbung sorgt für die nötige Stabilität, damit der Fuß das gesamte Körpergewicht auf seiner im Verhältnis zur Körpergröße relativ kleinen Fläche tragen kann.

Kinderfüße sind weich und formbar

Kinderfüße unterscheiden sich deutlich von den Füßen Erwachsener. Bei Kindern sind Sehnen, Bänder und das Bindegewebe noch sehr weich und dehnbar. Auch sind die Knochen noch eher knorpelig. Erst im Laufe der ersten Lebensjahre vollzieht sich die Verknöcherung des Skelettes. Bei Kinderfüßen beginnt der Prozess am Rückfuss außen und am Vorfuß innen. Der Zeitpunkt des Beginns und die Dauer der Verknöcherungsphase variieren. [Maier, Killmann 2003].

Wie lange es dauert, bis Kinderfüße ihre volle Funktionsfähigkeit erreicht haben und wann die jeweils nächste Entwicklungsstufe erreicht ist, ist von Kind zu Kind unterschiedlich. Keine Entwicklungsstufe kann jedoch übersprungen und gar der Verlauf beschleunigt werden. Erst mit etwa 13 Jahren ist dieser Wachstums- und Reifungsprozess der Füße bei Mädchen abgeschlossen. Bei Jungen dauert der Vorgang etwa zwei Jahre länger. Nur wenn die Füße in ihrer Entwicklung nicht behindert und eingeschränkt werden, können aus ihnen gesunde Erwachsenenfüße werden.

Rund 98 Prozent aller Kinder kommen mit gesunden Füßen zur Welt

Dem gegenüber leiden etwa 40% der Erwachsenen an Fußproblemen. Besonders verbreitet ist der „Hallux valgus“. Hierbei knickt die große Zehe in Richtung der anderen Zehen ab und der Innenballen steht heraus, was zu Schmerzen beim Laufen führen kann. [Maier, Killmann 2003].

Zwar gibt es keine wissenschaftlichen Studien, in denen eine Gruppe von Menschen von Kindesfüßen an regelmäßig auf entstehende Fußschäden untersucht wurde und so ein direkter Zusammenhang zwischen Schuhen und Fußschäden hätte bewiesen werden können. Dennoch legen Untersuchungen aus den 1950er und 1960er Jahren, einen direkten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Fußschäden und dem Tragen geschlossener Schuhen sehr nahe.

Erwachsene sind selbst in der Lage zu beurteilen, ob ein Schuh drückt und schmerzt. Kinder können das nicht! Ihre Füße besitzen noch keine „harten Knochen“, die anstoßen und schmerzen können. Vielmehr passen sich die noch weichen und biegsamen Füße im Kleinkindalter der sie umgebenden Form an. Es ist schon erstaunlich, wie sehr ein Kind seine Füße in Schuhe quetschen kann, die viel zu klein sind, ohne dies zu merken, beziehungsweise ohne dies anzuzeigen.

Zu kleine Schuhe können sich die Füße verformen

Sind die Schuhe zu klein können sich die Füße verformen und Fehlstellungen und Haltungsschäden die (Spät-)Folge sein. Der zu kleine Schuh gibt den Zehen nicht genug Raum. Die Zehen knicken in Richtung der Fußaußenkante ab, allen voran die große Zeh. Gleiches gilt übrigens auch für zu enge Socken.


Wußten Sie, das auch zu große Schuhe zu Schäden führen können? Ist der Schuh zu groß beziehungsweise zu weit, wird der Fuß nicht gehalten. Er rutscht nach vorne, die Zehen stoßen vorne an und werden bei jedem Schritt gestaucht.

Füße und Schuhe messen – erst dann passt‘s

Füße und Schuhe messen

Kinderschuhe kaufen Sie am besten im Fachgeschäft, denn den sprichwörtlich passenden Schuh finden Sie nur mit der passenden Beratung. In Kinderschuh-Fachgeschäften werden die Mitarbeiter speziell geschult und verfügen in der Regel über langjährige Erfahrung im Kinderschuh-Verkauf. Doch bevor Sie sich überhaupt für ein Modell aus der Vorlage oder aus dem Schaufenster begeistern oder gar entscheiden, müssen beide Kinderfüße vermessen werden. Hierzu gibt es unterschiedliche Systeme und Verfahren.

Die Messmethoden

Die einfache Fuß-Messlehre

Ein besonders weitverbreitetes wie einfaches Meßsystem ist die abgebildete einfache Fuß-Messlehre mit Schuhgrößen-Skala. Hierbei stellt sich das Kind nacheinander mit beiden Füßen auf die Lehre. Die Verkäuferin merkt sich beide Werte und empfiehlt einen geeigneten Schuh der angezeigten Größe. Die Meßlehre berücksichtigt bereits den Abrollraum, jedoch nicht den Zuwachs.
Vorteil:
+ einfache und schnelle Methode
+ Kinder kennen die Methode und machen i.d.R. gut mit
Nachteil:
- die Fußweite wird nicht gemessen
 

WMS-Kinderfußmessgerät

Beim WMS-Gerät werden beide Füße gleichzeitig in Stehen vermessen. Es werden sowohl die Fußlänge als auch die Weite in einem Arbeitsgang auf eine spezielle WMS-Längen / Weiten-Skala übertragen. Die Messung rechnet zudem den Abroll- und den Zuwachsraum ein.
Vorteil:
+ einfache und schnelle Methode
+ die Messung vereinfacht die Vorauswahl potentiell geeigneter Schuhe hinsichtlich der Länge und Weite
Nachteil:
- die Messergebnisse sind nur für WMS-genormte Schuhe verwendbar
 

plus12 Schuhmess-System

Das puls 12 System verfolgt einen anderen Ansatz. Mit einem Gerät wird zunächst die Fußlänge und anschließend die Innenlänge des gewünschten Schuhs gemessen. Das Gerät berücksichtigt den empfohlenen Abroll- und den Zuwachsraum von insgesamt 12mm.
Vorteil:
+ Geeignet für alle Schuhfabrikate und Typen
+ Die gemessene Fußlänge wird direkt auf den Schuh übertragen
Nachteil:
- Nicht ganz einfach in der Handhabung
- Sehr kleine Schuhe lassen sich schwer ausmessen
 

Clevermess

Seit 2015 gibt es eine weiteres System auf dem Markt: Clevermess. Mit dem digitalen Messsystem wird - ähnlich wie beim plus 12 System – zunächst die Fußlänge bestimmt. Zusätzlich erfassen seitlich angebrachte Schieber die Weite des Fußes am Ballen. Anschließend wird das Gerät in den gewünschten Schuh geschoben und die Messwerte für Fuß und Schuh miteinander verglichen.
Vorteil:
+ Geeignet für alle Schuhfabrikate und Typen
+ Gleichzeitige Messung von Länge und Weite
Nachteil:
- Sehr kleine Schuhe lassen sich schwer ausmessen

Daumenprobe und Co.

Nach wie vor weitverbreitete Methoden zur Klärung der Frage, ob ein Schuh passt sind:
1. Daumenprobe
2. Innensohle herausnehmen
3. Papierschablone anfertigen
 
Das Drücken auf die Schuhspitze mit dem Daumen kennt wohl jeder. Die Annahme dabei: füllt der Fuß den Schuh bis zur Spitze aus, läßt sich der große Zeh ertasten. Hat der Fuß hingegen Platz, besteht also ein Hohlraum, sollte die Schuhspitze nachgeben und sich leicht herunterdrücken lassen. Die Methode ist wenig zuverlässig, da es in der Praxis zwei gravierende Probleme gibt.
1. Besonders kleine Kinder ziehen bei Druck reflexartig die Zehen zurück. Der Schuh wirkt dann größer als er tatsächlich ist.
2. Bei festeren Schuhe, z.B. gefütterten Winterstiefeln oder Sneakern mit eine Gummikappe läßt sich die Schuhspitze erst gar nicht endrücken. Sie ist zu fest.
 
Bei vielen hochwertigen Schuhen kann man die Innensohle herausnehmen. Bei neuen Schuhen kann der Kinderfuß auf die Sohle gestellt und die Fuß- und Sohlenlänge verglichen werden. Beträgt der Raum noch mindestens 12mm - oder eine Daumenbreite - ist die Innenlänge in der Regel ausreichend. Problematisch an dieser Methode sind zwei Faktoren. Einmal bietet sie keinen definierten Anschlag für die Ferse und der Fuß steht möglicherweise gar nicht richtig auf der Sohle. Auch läßt sich die Fußweite mit dieser Methode nur schlecht bestimmen. Bei getragenen Schuhen hingegen mal sich der Fuß häufig gut sichtbar auf der Innensohle – der Fachmann spricht von der Brandsohle - ab. So läßt sich erkennen, ob der Fuß den Zuwachsraum schon aufgebraucht hat.
 
Ebenfalls weit verbreitet, vor allem bei Online-Käufern, ist das Anfertigen einer Meßschablone aus Papier. Dabei stellt das Kind beide Füße auf ein Blatt Papier oder einen Pappkarton. Mit einem Bleistift wird der Fuß-Umriß auf das Papier übertragen. Dann muss noch die Länge von der Ferne bis zum Spitze der Großzehe gemessen werden und schon ist die Fußlänge ermittelt. Die Umrechnung von der Fußlänge zur europäischen Schuhgröße erfolgt nach der Formel:
 
Schuhgröße (EU) ≈ (Fußlänge in cm + 1,5) × 1,5
 
Leider kommt es auch vor, dass Eltern Schuhe ohne ihre Kinder kaufen wollen, und stellvertretend die selbst erstellte Papierschablone bei sich führen. Diese wird dann vor Ort in diverse Schuhe hineingeschoben um deren Passform zu bestimmen. Dass sich die Schablone dabei verformt und möglicherweise gar nicht an der Schuhspitze ankommt wird gerne übersehen. Von dieser Vorgehensweise wird daher dringend abgeraten.

Fazit:
Kaufen Sie Kinderschuhe nie ohne Ihr Kind
der Gesundheit Ihres Kindes zuliebe
Auch Kleinkinder müssen Schuhe anprobieren
Verlassen Sie sich niemals allein auf das Messergebnis, ein Gerät oder eine bestimmte Messmethode.
Probieren Sie wenn nötig mehrere Möglichkeiten und Methoden aus.
Jede Messung liefert nur einen Anhaltspunkt für die nachfolgende Auswahl eines passenden Kinderschuhs.
Die Verbindung aus sorgfältiger Messung und fachgerechter Beratung bietet die beste Voraussetzung, passende Kinderschuhe zu finden

Achten Sie auf Gütesiegel

Das in Deutschland bekannteste und seit über 40 Jahren fest etablierte Gütesiegel ist WMS. WMS steht dabei für „Weiten-Maß-System“. Das Qualitätssiegel wird vom Bundesverband der Schuh- und Lederwarenindustrie (HDS/L) an qualifizierte Kinderschuhhersteller als Lizenz vergeben. Damit wir erreicht, dass Passform und Qualität bei allen WMS Schuhen stimmen.

Das Ziel von WMS ist es, 95 Prozent alle Kinder mit passenden Schuhen zu normalen Fachhandelspreisen versorgen zu können. Die gelingt nur, wenn die Schuhe aus standardisierter, industrieller Serienproduktion stammen. Die Leisten für die Schuhproduktion müssen so entwickelt werden, dass sie die Mehrzahl der Kinderfüße repräsentieren.

Die WMS-Richtlinien sind wissenschaftlich fundiert und statistisch abgesichert. Durch genaue Vorgaben zu Länge, Weite und zur Spitzengestaltung (nicht zu spitz, nicht zu flach) kann Fußschäden bestmöglich vorgebeugt werden.

Viele Kinder leben heute auf breitem Fuß

Ein wesentliches Ergebnis des Kinderfussreports aus dem Jahr 2009 war, das sich die Verteilung bei den Kinderfußweiten und -breiten in Deutschland verändert hat. Der Anteil der schmalen Füße liegt gegenüber den Messungen aus den 1960er Jahren nur unwesentlich verändert bei 18 Prozent - 22 Prozent Mädchen und 13 Prozent Jungen. Was sich hingegen verändert hat, ist die Anzahl der Kinder, die breitere Füße haben. Anders ausgedrückt: bei gleicher Fußlänge hat die Variation der Fußvolumina zugenommen. Ein Kinderschuhangebot, das Schuhgrößen nur nach Längen differenziert, wird der Mehrheit der Kinderfüße nicht mehr gerecht. Die Länge muss durch ein Weitenangebot ergänzt werden, das möglichst alle Fußbreiten abdeckt. (Kinderfussreport 2009)

Bildquelle: Kinderfussreport 2009

Die Daten der Fußmess-Studie, die in Zusammenarbeit mit der Universität Potsdam erarbeitet wurden, sind daher in die neuen Vorgaben für Leisten nach WMS-Norm eingeflossen.

Kinderschuh ist nicht gleich Kinderschuh

Kinderschuhe müssen natürlich passen. Sind sie zu klein, kann es zu Fehlentwicklungen der Füße kommen. Sind sie zu groß, rutschen Die Füße in den Vorderschuh und werden gestaucht, was wiederum Fehlentwicklungen zur Folge hat.

Markenspezifische Unterschiede

Ihr Kind trägt Ballerinas in Größe 27? Das bedeutet nicht, das ein ledergefütterter Halbschuh ebenfalls in Schuhgröße 27 passen muss. Denn zwischen den einzelnen Schuhfabrikanten und schuhtypen gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede hinsichtlich des Größenausfalls. Auch die Weite der Schuhe variiert von Marke zu Marke und innerhalb der Markenangebote noch einmal von Modell zu Modell. Daher ist es besonders wichtig die Schuhe möglichst immer zusammen mit dem Kind zu kaufen. Nur wenn die Füße sorgfältig vermessen und dann verschiedene Schuhtypen und Passformen direkt am Kinderfuß anprobiert werden, kann der optimal passende Kinderschuh gefunden werden.

Eine Umfrage, bei der Eltern nach Ihren Erfahrungen mit Marken-Kinderschuhherstellern in Deutschland, Österreich und der Schweiz gefragt wurden, bestätigte diese Markenunterschiede. So wurde angegeben, das französische Hersteller wie Mod8 und Aster die Schuhe tendenziell schmal schneiden. Bei den Traditionsherstellern Naturino, Gallucci, Rondinella und Moma aus Italien war das Bild weniger eindeutig. Einen anderen Ansatz verfolgt die hierzulande mittlerweile so populäre Marke Bisgaard: Die in Dänemark entwickelten Kinderschuhe werden mittlerweile so viele Modelle und Passformen angeboten, dass sich so ein Großteil der Kinderfüße abdecken lassen. (medherence 2014)

Gute Kinderschuhe – gesunde Kinderfüße

Geschultes Verkaufspersonal wird nach Analyse des Fußes erkennen, welche Länge und Weite benötigt wird. Voraussetzung ist allerdings, das das Geschäft ein ausreichendes Angebot vorhält, also mindestens 700 Modelle über den gesamten Größengang von 17 bis 41. Das können in der Regel nur spezialisierte Kinderschuh-Fachgeschäfte. Steuern Sie daher weder Boutiquen noch Discounter an, wenn Sie Ihrem Kind neue Schuhe kaufen wollen.

Übrigens: Auch bei WMS-Schuhen gibt es innerhalb der Richtlinien gewisse Spielräume für die Hersteller. Bei der Schuhgröße maximal 3mm (Toleranz erlaubt. Bei der Schuhweite/breite beträgt zu zulässige Toleranz größenabhängig 2,5-3,5mm. Die Toleranz bei der Spitzenhöhe ist ebenfalls größenabhängig bis 2mm. Dies macht eine Fein-Anpassung durch unterschiedliche Modelle möglich. So können Sie sicher sein, dass der Schuh auch wirklich passt.

Bei Kinderschuhen ist Qualität besonders wichtig

Die Qualität von Kinderschuhen definiert sich aus der Passform, den eingesetzten Materialien und der Verarbeitung. Die Anforderungen hinsichtlich der Passform wurden in den Tipps 1 bis 5 bereits ausgiebig beschrieben.

Was für Kinderspielzeug selbstverständlich ist gilt auch für Kinderschuhe: sie müssen frei von . gesundheitsgefährdenden Schadstoffen sein. Beim Spielzeug gelangen Giftstoffe in der Regel über die Mundschleimhäute in den Körper. Bei Kinderschuhen ist das ganz ähnlich, denn Kinderfüße schwitzen stärker als die Füße Erwachsener. Der Schweiß kann einerseits Schadstoffe lösen, andererseits können Stoffe über die feuchte Haut aufgenommen werden. Die in Kinderschuhen verwendeten Materialien müssen daher Feuchtigkeit gut abgeben und ein gutes Fußklima gewährleisten können.

Schuhe, die das WMS-Siegel tragen, sind schadstoffgeprüft. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem PFI (Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens) wird ein gleichbleibend hoher Qualitätsstandard gewährleistet. Auch andere Hersteller verwenden mittlerweile ausschließlich natürlich gegerbte Leder, die frei von Chrom VI sind. Auch die Sohlen sollten aus natürlichem Gummi sein, die Futterstoffe aus reiner Schurwolle oder Lammfell. Ein weiterer Aspekt ist der ökologische Fußabdruck: Hersteller, die in der Europäischen Union produzieren unterliegen strengen Emissionsgrenzwerten und produzieren somit weniger CO2.

So erkennen Sie Qualität

  • Die Schuhe sollten leicht, weich und biegsam sind. Dadurch engen Sie die Füße nicht ein und erleichtern das natürliche Abrollen.
  • Die Sohle sollte rutschfest und ohne Absatz sein. Dadurch werden Unfälle vermieden.
  • Die Fersenkappe sollte stabil und hochgezogen sein. So gibt sie sicheren Halt
  • Klettverschlüsse sind praktisch, weil sich die Schuhe in der Regel weit öffnen lassen. Schnürsenkel bieten hingegen eine bessere Anpassung, besonders bei schmalen Füßen.
  • Achten Sie auf ein atmungsaktives Obermaterial, das Feuchtigkeit aufnehmen bzw. nach außen abgeben kann. Diese Eigenschaften besitzen alle Echtleder und moderne TEX-Materialien.
  • uch das Innenmaterial sollte Feuchtigkeit absorbieren und diese nach außen transportieren können.
  • Gummistiefel fördern die Bildung von Schweißfüßen und sollten daher, wenn überhaupt, nur kurz getragen werden. Außerdem geben Sie dem Fuß keinerlei Halt.

Keine gebrauchten Kinderschuhe verwenden

Viele Eltern stellen sich die Frage, ob Ihre Kinder gebrauchte Schuhe tragen können, zum Beispiel die der älteren Geschwister. Oft sind die Schuhe ja noch in einem guten Zustand, vor allem, wenn es teure Markenschuhe sind. Früher war es Gang und Gäbe, Schuhe „aufzutragen“.

Hierzu gibt es vom Experten Dr. med Hilmar Uhlig aus Hamburg eine ganz klare Antwort, nämlich Nein. Kinder sollten keine gebrauchten Schuhe tragen, weil sich jeder Schuh beim Tragen an den Fuß darin anpasst. Selbst nach kürzerer Eintragszeit ist dieser Schuh quasi fest mit diesem Kinderfuß verbunden. Und jeder Fuß hat eine andere Problematik und insofern ist es ganz ungünstig, Kindern gebrauchte Schuhe zu geben. Auch, wenn sie noch gut aussehen, auch wenn sie teuer waren. Es ist allemal besser, das Kind hat weniger Schuhe, dafür neue.

Lassen Sie sich Zeit beim Kinderschuhkauf

Ein Kinderschuhkauf ist eine Investition in die Gesundheit Ihres Kindes. Daher sollten Spontankäufe eher die Ausnahme bilden. Nehmen Sie sich Zeit für Ihren Einkauf. Eine gute halbe bis eine Stunde sollten Sie schon einplanen. Informieren Sie sich vorab und wählen ein Fachgeschäft mit einer großen Auswahl.

Nach dem Spielplatz, dem Sport oder dem Musikunterricht mal schnell ins Schuhgeschäft flitzen führt häufig eher zur Frust als zum Erfolg. Auch ist niemandem geholfen, wenn Sie einfach losziehen und Ihr Kind von Geschäft zu Geschäft schleppen. Das führt in der Regel nur zu Streß bei allen Beteiligten und am Ende macht ihr Kind nicht mehr richtig mit. Die Lustlosigkeit führt dann dazu, dass Schuhe, die eigentlich genau passen, plötzlich drücken.

Wählen Sie einen Tag, an dem kein Programm ansteht. Gehen Sie nachmittags, wenn Ihr Kind wach ist. Vergessen Sie nicht, frische Strümpfe und die Wechselschuhe mitzunehmen. Dann kann der Verkäufer vor Ort prüfen, ob ihre alten Schuhe noch passen oder ob sie gegebenenfalls gleich zwei Paar neue Schuhe brauchen.

Bedenken Sie: Kinderfüße schwitzen deutlich mehr als Füße von Erwachsenen, deshalb sind Wechselschuhe ein Muss. Die getragenen Schuhe müssen stets gut austrocknen und -lüften, um ein gutes Schuhklima zu gewährleisten.

Eltern entscheiden zum Wohle ihrer Kinder

Insbesondere für kleinere Kinder stellt ein halb- bis einstündiger Einkauf eine Belastung dar. Da müssen die eigenen Schuhe ausgezogen und die Füße neu vermessen werden. Da soll nicht rumgehampelt werden, und dann sollen all diese Schuhe noch anprobiert und Probe gelaufen werden. Da wundert es nicht, dass Kinder schnell überfordert sind und müde werden.

Leider neigen einige übereifrige Eltern in dieser Situation dazu, ihre Kinder weiter und völlig unnötig zu (über-)fordern, indem sie ihnen auch noch die Kaufentscheidung aufbürden. Welche Schuhe möchtest du denn haben? Magst du die Schuhe auch wirklich? Wirst du die Schuhe auch tragen?

Ein zweijähriges Kind ist nicht in der Lage, eine Entscheidung zum Wohle der eigenen Gesundheit zu treffen. Das müssen Sie tun!

 

Nach dem Kauf ist vor dem Kauf

Kleine Kinder benötigen häufiger neue Schuhe als größere Kinder. Im Alter von 1 bis 3 Jahren sollten Eltern alle sechs bis acht Wochen die Größe der Füße überprüfen. In diesem Alter wachsen die Füße bis zu 1,5 Millimeter im Monat. Anders ausgedrückt: in dieser Phase braucht Ihr Kind ca. alle 3-4 Monate neue, größere Schuhe.

Im Kindergartenalter wachsen die Füße dann schon langsamer, aber immer noch durchschnittlich einen Millimeter im Monat oder zwei bis drei Schuhgrößen pro Jahr. Bei Schulkindern sind es immer noch ein bis zwei Größen jährlich.

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